GoBD & Archiv-Migration

GoBD-konforme Migration: das Archiv wechseln, ohne die Compliance zu verlieren.

„Bleibt mein Archiv beim Umzug revisionssicher?" – die berechtigtste Frage vor jedem DMS-Wechsel. Die Antwort: Ja, wenn die Migration selbst den GoBD-Maßstäben folgt. Dieser Ratgeber zeigt, was das konkret verlangt – von der lückenlosen Übernahme über die Validierung bis zur Verfahrensdokumentation.

GoBD-konforme Migration: ein Dokumentenarchiv zieht revisionssicher und protokolliert in ein neues System um

Grundlagen

Warum GoBD bei der Migration ein Thema ist.

Unveränderbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Aufbewahrungsfristen gelten nicht nur im laufenden Betrieb – sie gelten über den Systemwechsel hinweg. Ein Beleg, der im Altsystem zehn Jahre revisionssicher lag, darf durch den Umzug weder verloren gehen noch seine Nachvollziehbarkeit einbüßen. Die Archiv-Migration ist damit selbst ein aufbewahrungsrelevanter Vorgang: Sie muss geplant, kontrolliert und dokumentiert ablaufen.

Die gute Nachricht: Das ist kein Hexenwerk, sondern Handwerk – mit einem klaren Ablauf und den richtigen Nachweisen.

Anforderungen

Was GoBD-Konformität bei der Migration konkret verlangt.

Lückenlose Übernahme

Jedes aufbewahrungspflichtige Dokument muss vollständig im Zielsystem ankommen – nachweisbar, nicht nur behauptet.

Erhalt von Metadaten & Zeitstempeln

Eingangs-/Erfassungsdaten, Verschlagwortung und Historie gehören zum Beleg und müssen die Migration überstehen.

Nachvollziehbarer Migrationsvorgang

Wann wurde was von wo nach wo übernommen? Der Vorgang selbst muss dokumentiert und prüfbar sein.

Verfahrensdokumentation

Die Migration gehört in die Verfahrensdokumentation – inklusive Beschreibung von Quell-/Zielsystem und Validierung.

Ablauf

So läuft eine revisionssichere Migration ab.

1
Bestandsanalyse

Welche Dokumente sind aufbewahrungspflichtig, welche Metadaten und Fristen hängen daran?

2
Export

Vollständiger Export aus dem Quellsystem inklusive Metadaten, Zeitstempeln und Historie.

3
Mapping

Felder, Strukturen und Dokumentarten werden dokumentiert auf das Zielsystem abgebildet.

4
GoBD-konforme Übernahme

Revisionssichere Ablage im Zielarchiv – unveränderbar, mit fortlaufender Protokollierung.

5
Validierung (Soll-Ist-Abgleich)

Anzahl, Inhalte und Metadaten werden zwischen Quelle und Ziel abgeglichen; Abweichungen werden aufgeklärt, nicht ignoriert.

6
Protokollierung

Der gesamte Vorgang wird dokumentiert und der Verfahrensdokumentation beigelegt – prüfungsfest.

Verfahrensdokumentation

Was dokumentiert werden muss, damit die Migration prüfungssicher ist.

Beschreibung von Ausgangs- und Zielsystem (Version, Betriebsmodell)
Ablauf der Migration: Export, Mapping, Übernahme, Zeitraum, Verantwortliche
Umfang der übernommenen Daten: Dokumente, Metadaten, Historie
Validierungsmethode und -ergebnis (Soll-Ist-Abgleich)
Protokoll des Migrationsvorgangs inkl. Abweichungen und deren Auflösung
Umgang mit dem Altsystem nach dem Umzug (Stilllegung, Lesezugriff, Fristen)

Typische Fehler

Die häufigsten Fehler – und wie man sie vermeidet.

Nur PDFs kopiert, Metadaten verloren
Metadaten, Zeitstempel und Historie gehören zum Beleg – der Export muss sie mitnehmen, das Mapping muss sie abbilden.
Keine Validierung durchgeführt
Ohne Soll-Ist-Abgleich ist „vollständig migriert" eine Behauptung. Zählen, stichproben, dokumentieren.
Migration nicht dokumentiert
Ein nicht dokumentierter Umzug reißt eine Lücke in die Nachvollziehbarkeit – das Protokoll gehört in die Verfahrensdokumentation.
Altsystem sofort abgeschaltet
Erst nach bestandener Validierung und geklärten Aufbewahrungsfragen wird das Quellsystem kontrolliert stillgelegt.
Zuständigkeiten ungeklärt
Wer prüft, wer nimmt ab, wer unterschreibt? Rollen vor Projektstart festlegen.

Checkliste

Checkliste: GoBD-konforme Migration.

  • Aufbewahrungspflichtige Bestände identifiziert (inkl. Fristen)
  • Export inklusive Metadaten, Zeitstempeln und Historie geplant
  • Feld-Mapping dokumentiert
  • Revisionssichere Ablage im Zielsystem konfiguriert
  • Soll-Ist-Validierung definiert (Methode + Verantwortliche)
  • Migrationsprotokoll und Verfahrensdokumentation vorbereitet
  • Stilllegung des Altsystems geregelt

Wie wir das absichern

Begleiteter Ablauf, Validierung, Protokoll – aus einer Hand.

Genau dieser Ablauf ist unser Standard: Jede von workcentrix begleitete Migration läuft nach dem beschriebenen Schema – mit Soll-Ist-Validierung, Migrationsprotokoll und den Unterlagen für Ihre Verfahrensdokumentation. Nicht als Zusatzleistung, sondern weil eine Migration ohne diese Nachweise schlicht nicht fertig ist.

Der komplette Migrations-Leitfaden: DMS wechseln › · Was kostet eine Migration? ›

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Stimmen Sie die Verfahrensdokumentation im Zweifel mit Ihrem Steuerberater ab.

Compliance

GoBD, DSGVO & deutsches Hosting.

GoBD-konforme Archivierung: Steuerrelevante Belege revisionssicher und unveränderbar abgelegt.
DSGVO & rollenbasierter Zugriff: Klare Sichtbarkeiten je Abteilung und Funktion.
Deutsches Hosting: Ihre Daten bleiben in Deutschland.
Aufbewahrungsfristen automatisiert: Fristgerechte Vorhaltung und Löschung.
Auftragsverarbeitung: Geprüfte AV-Vertragsvorlagen inklusive.

Planen Sie einen Archiv-Umzug?

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Häufige Fragen

FAQ zur GoBD-Migration

Muss eine DMS-Migration GoBD-konform sein?

Für steuerrelevante Dokumente gelten die GoBD-Anforderungen (Unveränderbarkeit, Nachvollziehbarkeit, Aufbewahrung) auch beim Systemwechsel. Die Migration sollte daher revisionssicher und dokumentiert erfolgen.

Was gehört in die Verfahrensdokumentation zur Migration?

Beschreibung des Ausgangs- und Zielsystems, des Migrationsablaufs, der übernommenen Daten und Metadaten sowie der Validierung/Protokollierung des Vorgangs.

Bleiben Zeitstempel und Historie erhalten?

Ziel ist der Erhalt von Metadaten, Zeitstempeln und Versions-/Historienständen; die Validierung prüft die Vollständigkeit.

Peer Nilsson, Geschäftsführer workcentrix

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Peer Nilsson
Geschäftsführer · workcentrix GmbH

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